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Leben mit dem Fahrrad

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Dies ist mein Beitrag zur Blogparade "Urbane Mobilität"

 


Das Fahrrad ist für mich die Antwort auf die brennenden Fragen im Zusammenhang mit Mobilität in der Stadt. 


Täglich

Mit dem Fahrrad fahre ich zur Arbeit und wieder zurück, am Nachmittag mit der Familie ins Gänsehäufel. Wochenendausflüge, Besuche bei Freunden oder Urlaub – ich bin immer mit meinem Bike unterwegs. 

Alternativ zum Fahrrad benutze ich die Öffis oder gehe zu Fuß, im Verhältnis von ca. 70/20/10 – und bin somit perfekt mobil in Wien.

Meine Frau Kati und ich haben vier Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Wir nennen 8 Fahrräder sowie einen Fahrradanhänger unser Eigen. Die Kindersitze haben wir längst verschenkt. 

Mit Babys und Kleinkindern ist das Mobil sein eine echte Herausforderung. Als ich mit meiner Tochter mit dem Kinderwagen öffentlich unterwegs war, gab es noch keine ULFs. Seit 2011 wird jedoch jede der 1031 Straßenbahnstationen Wiens  damit angefahren. 

Sobald die Kinder sitzen können, nehmen sie im Fahrradsitz Platz und das Leben wird wieder angenehmer.

Wenn sie diesem entwachsen sind, sind sie dennoch zu jung um längere Strecken sicher auf dem eigenen Fahrrad durch die Stadt zu fahren. Während dieser Zeit bietet sich die Alternative von Rollern (Scooter) und Öffis an. 

Roller können problemlos in den Öffis transportiert werden. Mit ihnen verkürzt sich die Zeit von Wohnung zur Bim/U-Bahn oder zum Bus und vom Hort nach Hause wesentlich. Auch der Weg zur Arbeit kann so gut bewältigt werden.


Am Wochenende ins Grüne

Zwei bis drei Stunden Fahrzeit pro Richtung mit Bahn und Fahrrad/Bus definieren meinen Radius für einen zweitägigen Wochenendausflug. Damit komme ich von den Hausbergen im Süden von Wien bis nach Tschechien, von Salzburg, OÖ, Steiermark, NÖ bis in die Slowakei und Ungarn. 

Auch Freunde in entlegenen Gegenden, wie z.B. Thaya in NÖ sind so erreichbar!


Ja zum Fahrrad im Urlaub – Nein zum Stau

August 2011: Eine Woche Familiencampingurlaub an einem wunderschönen See in Tschechien. An – und Abreise: Zug und Fahrrad. Was für ein Abenteuer! 

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Fazit: Wir werden es wieder machen. Es war ein echtes Erlebnis. Mein Respekt gilt vor allem unseren beiden 8 jährigen, die tapfer auf den vollbepackten Rädern geradelt sind. Und ja, es hat uns allen Spaß gemacht J

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Wisst ihr, dass…

… das Kilometergeld für einen mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer weniger hoch ist, als das für den mit dem Auto zurücklegten? Nein? Fahrrad: 0,38 € - PKW: 0,42 €. Ist doch eine verkehrte Welt, oder? Der Umwelt – oder Nachhaltigkeitsgedanke hat hier noch keinen Einzug gehalten. Hier wäre ein Hebel, um RadlerInnen zu belohnen. 

… es wirklich Menschen gibt, die das Sterben der innerstädtischen Einkaufsstraßen mit dem Aufstellen von Fahrradständern erklären? Eine seriösere Analyse liefert Verkehrsexperte Hermann Knoflacher in einem Zeit-Online Interview.


Meine Entscheidung für das Fahrrad und gegen das Auto

Ich besitze keinen Führerschein. Vor 22 Jahren zog ich nach der Matura vom Land nach Wien und das Bedürfnis ein Autofahrer zu werden, wurde von Jahr zu Jahr geringer.

Ökonomische Überlegungen „zwingen“ jede AutobesitzerIn dazu, es auch zu verwenden. Denn auch wenn das Auto nicht fährt, kostet es Geld! Erhebliche Anschaffungskosten, dann periodisch Versicherung und Steuern. Diese Investition wird in der Regel nicht getätigt, um dann mit Öffis oder mit dem Rad zu fahren. Der Kauf/Besitz eines Autos ist daher eine Grundsatzentscheidung für die  Art meiner Mobilität. 

Eine gute Alternative zum Autobesitz für AutofahrerInnen wird in letzter Zeit aktuell: Carsharing. Das macht vor allem dann Sinn, wenn eine einfache Logik klar zutage tritt: Man bezahlt, wenn man fährt und spart, wenn das Auto nicht gebraucht wird.

Das versetzt in die Lage jedes Mal aufs Neue zu entscheiden: Womit komme ich von A nach B?

Ich hoffe, dass Carsharing bald im großen Stil möglich ist: Jede Wohnhausanlage in Wien soll einen eigenen kleinen Fuhrpark haben.

Als die neuen Modelle der Elektroautos serientauglich wurden und der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, tauchte die Frage ein letztes Mal für mich auf: Führerschein ja – um mit Elektroautos zu fahren? Ist das für mich die Zukunft in der Stadt? – Wieder war die Antwort ein Nein! Die Lösung des urbanen Mobilitätsproblems liegt nicht darin alle Benzinautos durch Elektroautos zu ersetzen. 

Ich bin Fahrradfahrer!


Meine Vision

Auf den Straßen Wiens fahren die Menschen mit Fahrrädern mit oder ohne Elektromotor. Die Bikes sind zum Teil mit Dach versehen, um jeder Witterung zu trotzen. Es gibt ein flächendeckendes Netz an Fahrradstraßen

Die Anzahl der Fußgängerzonen hat sich vervielfacht, die Menschen flanieren, diskutieren, trinken Kaffee… 

Die Straßenbahnen verkehren im 3 Minuten Takt auf begrünten Schienentrassen. Sie haben viel Platz für Fahrräder, Roller, Rollstühle, Kinderwägen etc.  

Es gibt auf den Autostraßen wenige, große Elektroautos für den innerstädtischen Gütertransport. Der Individualverkehr ist sehr begrenzt, dafür sorgt unter anderem die Innenstadtmaut (Citymaut)

Die ÖBB haben massiv ausgebaut und die aufgelassenen Strecken werden wieder befahren. Jeder Waggon hat ein eigenes Abteil für die Fahrradmitnahme. Unter der Woche verkehren viele Züge zwischen Niederösterreich, dem Burgenland und Wien im 10 Minuten Takt für die PendlerInnen. Viele von ihnen kommen mit dem eigenen Rad zum Zug, man sieht auch viele Falt- und Klappräder.  


Abschließend…

… möchte ich auf einen Aspekt hinweisen, der mir bei jeglicher Diskussion zu kurz kommt! Autoabgase sind giftig! Für alle Menschen, alle Tiere, alle Pflanzen! – Immer wird über die Schadstoffe für die Umwelt gesprochen, den CO2 Ausstoß. Wie verharmlosend! Autoabgase sind GIFTIG – für dich, für mich für unsere Kinder.

Diese Tatsache immer wieder zu verharmlosen, bzw. die Konsequenzen unhinterfragt zu tragen, ist nur durch die Abhängigkeit vieler Menschen vom Auto möglich. Viele Menschen sind süchtig nach dem Auto. Hier nochmals der Hinweis auf das Interview mit Hermann Knoflacher.

NichtraucherInnenschutz ist seit Jahren in ganz Europa Thema. Ich wünsche mir ähnliche öffentliche Diskussionen im Bezug auf Autos und Abgase. 

hp


PS: Alle, die mich für einen Öko-Spinner o.ä. halten, müssen mal nach Kopenhagen à Rasen am Ring JEDEN TAG J

 

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